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Gerhart-Hauptmann-Theater
Zittau, Premiere am 27.11.2008 Bühne und Kostüm: Lena Gätjens,
Musik: Chris Weinheimer
Das Stück 'Amoklauf
mein Kinderspiel' handelt von der Orientierungslosigkeit der Nachwendegeneration
im Osten Deutschlands. Eltern und Lehrer können den Jugendlichen
nicht länger als Vorbilder dienen, denn ihre Werte und Normen gehören
der Vergangenheit an und sind somit ungültig geworden. Die Jugendlichen
sehen sich mit einem Vakuum konfrontiert.
Das Stück dokumentiert nicht den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium,
sondern handelt von der Wut der Jugendlichen und untersucht den Moment
der Entstehung kollektiver Gewaltphantasien.
Die Inszenierung möchte keine Betroffenheit hervorrufen, sondern
begegnet der im Stück dargestellten Ohnmacht und seiner depressiv-finsteren
Atmosphäre mit den Mitteln der Groteske. Die verzerrte Wahrnehmung
der Welt durch die Jugendlichen wird auf stark übertriebene und dadurch
oft witzige Weise dargestellt. Der Text wird stellenweise so oft wiederholt,
daß er seinen Sinn verliert und vom Tragischen ins Komische und
bei noch längerer Wiederholung zurück ins Tragische kippt. Inszenierung
und Ausstattung arbeiten mit Mitteln des Puppentheaters und orientieren
sich dabei an der derben Komik des klassichen Punch and Judyspiels. “Es
ist nicht lustig, dass jemand totgeschlagen wird, sondern es ist lustig
wie jemand totgeschlagen wird.”
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