AMOKLAUF MEIN KINDERSPIEL Thomas Freyer

 

 

 

 

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Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau, Premiere am 27.11.2008 Bühne und Kostüm: Lena Gätjens, Musik: Chris Weinheimer

Das Stück 'Amoklauf mein Kinderspiel' handelt von der Orientierungslosigkeit der Nachwendegeneration im Osten Deutschlands. Eltern und Lehrer können den Jugendlichen nicht länger als Vorbilder dienen, denn ihre Werte und Normen gehören der Vergangenheit an und sind somit ungültig geworden. Die Jugendlichen sehen sich mit einem Vakuum konfrontiert.
Das Stück dokumentiert nicht den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium, sondern handelt von der Wut der Jugendlichen und untersucht den Moment der Entstehung kollektiver Gewaltphantasien.
Die Inszenierung möchte keine Betroffenheit hervorrufen, sondern begegnet der im Stück dargestellten Ohnmacht und seiner depressiv-finsteren Atmosphäre mit den Mitteln der Groteske. Die verzerrte Wahrnehmung der Welt durch die Jugendlichen wird auf stark übertriebene und dadurch oft witzige Weise dargestellt. Der Text wird stellenweise so oft wiederholt, daß er seinen Sinn verliert und vom Tragischen ins Komische und bei noch längerer Wiederholung zurück ins Tragische kippt. Inszenierung und Ausstattung arbeiten mit Mitteln des Puppentheaters und orientieren sich dabei an der derben Komik des klassichen Punch and Judyspiels. “Es ist nicht lustig, dass jemand totgeschlagen wird, sondern es ist lustig wie jemand totgeschlagen wird.”

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