COLOURFUL PENIS Maria de Alvear |
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Europäisches
Zentrum der Künste, Festspielhaus Hellerau, Premiere am 30.9.2008 Maria de Alvears nennt ihr Stück im Untertitel ein Sinnspiel. Es geht darin um einen Soldaten, der sich plötzlich nach jahrelangem Kampfeinsatz orientierungslos in der Wüste wiederfindet. Dort beginnt eine Innenschau, bei der der Soldat sich selber und seine Umwelt neu entdeckt. Zu Beginn noch bewegungslos eingesponnen in selbstauferlegte Fesseln, entledigt er sich dieser Stück für Stück und seine durch das Soldatsein abgetöteten Sinne werden während des Sinnspiels wieder lebendig. Auf einmal kann er wieder hören, fühlen und am Ende sogar sehen – sich selbst, die anderen Figuren und die Welt. - Der visuelle Sinn ist unser dominantester Sinn. Durch die Beeinträchtigung des Sehens werden unsere anderen Sinne geschärft. Für Bühnenbild und Inszenierung steht daher eine Szenensequenz aus dem Film 'Der Blick des Odysseus' von Theo Angelopoulos Pate: Sarajevo 1997. Es herrscht Krieg. Die Stadt ist verwüstet und die Straßen sind leer. Es wird unaufhörlich geschossen und die Menschen riskieren ihr Leben, wenn sie auf die Straßen gehen. Mit einem Mal zieht jedoch ein dichter Nebel auf und plötzlich ist alles verwandelt. Das Feuer wird eingestellt und man hört Musik. Die Kamera fährt durch den Nebel auf eine Gruppe musizierender Menschen zu. In einer Kirchenruine findet eine Theateraufführung statt und auf einem Platz wird zu Discomusik getanzt. Die Stadt ist im Nebel lebendig geworden. Das Bühnenbild besteht aus 74000 von der Decke hängenden Baumwollfäden, die stellenweise nur eine Sichtweite von unter 2 Metern erlauben. Dieser Fadennebel ist von Zuschauern, Darstellern und Musikern gleichermaßen bevölkert. Im Nebel werden Stimmen, Geräusche und Musik stärker wahrgenommen. Maria de Alvears Opernereignisstudie wird so auch zum Sinnspiel für die Zuschauer. Die Produktion ist von der Opernwelt zur Inszenierung des Jahres 2009 nominiert worden. |
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