ICH HAB DICH IMMER NUR GELIEBT Anna Malunat

 

 

 

 

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Freischwimmer-Festival in den Sophiensaelen Berlin, Theater in der Gessnerallee Zürich, Kampnagel Hamburg und Forum Freies Theater Düsseldorf, Premiere in Berlin im Oktober 2005
Bühne und Kostüm: Magdolna Parditka, Ton und Bild: You-Jin Chang

Der Mythos von Orpheus und Eurydike ist Ausgangspunkt für eine theatrale Untersuchung: Ein Mythos ist in vielen unterschiedlichen Überlieferungsschichten vorhanden. Er wird zu verschiedenen Zeitpunkten von verschiedenen Menschen verschieden interpretiert. Alle diese Interpretationen erheben gleichermaßen den Anspruch, wahr zu sein, sind letztendlich aber nichts anderes als Blicke aus unterschiedlichen Perspektiven auf eine uns unbekannt bleibende Urfassung. Die Inszenierung will gerade diese Vieldeutigkeit hervorheben.

Die mythologische Figur der Eurydike steht im Mittelpunkt der Betrachtung. Ein Name, eine Geschichte und eine Funktion werden zu Anhaltspunkten auf der Suche nach einer Unbekannten. Eine Frau wird auf der Bühne mit Äußerungen und Bildern konfrontiert, die ihre mögliche Identität behaupten. Eurydike sucht sich selbst in Orpheus’ Blick, in den Bildern, die er sich von ihr macht und in einzelnen Momenten ihrer Liebesbeziehung. Zwischen Wohnzimmer und Unterwelt und in Anwesenheit einer Live-Kamera spielen die beiden ein Vexierspiel, das den Zuschauer an der Suche beteiligt. Im Strudel der Bilder wird die Fassbarkeit einer Person hinterfragt. Die Inszenierung spielt mit unserem Wunsch nach einer durchgängigen Biographie, nach einem eindeutigen Bild einer Person. Im unendlichen Raum der möglichen Perspektiven steht vielleicht mehr als nur Eurydikes Existenz auf dem Spiel.

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