KABALE & LIEBE Friedrich Schiller |
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Akademietheater im Prinzregententheater, Premiere im Februar 2004, Bühne: Jan Kattein, Kostüm: Katja Krannich Die Inszenierung von Schillers 'Kabale und Liebe' untersucht die zwischen den Figuren herrschenden Kommunikationsstrukturen: Es sind nicht die Standesunterschiede, die es unmöglich machen, zueinander zufinden, sondern es ist ihre Unfähigkeit miteinander zu kommunizieren. So hat jede Figur in dem Stück einen individuellen und absoluten Glauben und alle streben danach, sich selbst zu verwirklichen, indem sie stur ihrem Weltbild folgen. Dabei spielt Sprache eine Schlüsselrolle: Sprechen ist wichtiges Werkzeug zur Beherrschung der Realität, ist zugleich Selbstinszenierung und Kampf um Anwesenheit. Ferdinand erschafft sprechend Welten, in die er sich und Luise hineinträumt, umgeht dabei aber die Konfrontation mit der Realität, denn Luises Vater hat für seine Tochter andere Pläne. Der Präsident ist seinem Sohn sprachlich und also auch machtmäßig überlegen und Lady Milford kann sich ähnlich gut und metaphernreich ausdrücken wie Ferdinand. Luise steht im Fadenkreuz der konstant aneinander vorbei monologisierenden Figuren. Diese spüren jedoch zunehmend, daß ihre durch Sprache erschaffenen Weltbilder nicht der Realität entsprechen. Sie versuchen dieses Gefühl zu betäuben und der Sprachlosigkeit zu entgehen, indem sie immer mehr, lauter und schneller sprechen. Sie benutzen das Mittel der Sprache, um ihre Weltbilder zu verteidigen und sie den anderen aufzuzwingen. Sprache wird zu Gewalt. Und fordert Todesopfer. |
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